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Freiwillige Feuerwehr
Reher

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Geschichte FF

Das Feuer ist eines der Elemente, die dem Menschen einen hohen Nutzen, Wärme und Licht geben, doch wehe, wenn es seine vorgesehene Umgebung verlassen hat, denn dann kann es auch sehr hohen Schaden und großes Leid über die Menschen bringen, denen es vorher noch zu Nutzen war. Diese Erfahrung mußten auch die Einwohner des Ortes Reher in der Vergangenheit immer wieder machen.

So ist z. B.: in einem Artikel der Pyrmonter-Zeitung von Sonnabend, dem 09. September 1893 zu lesen:
Reher. Am Donnerstag früh schlug der Blitz in das Schmidt´sche Haus und brannte dasselbe nieder. Die freiw. Feuerwehren von Reher, Grießem und Aerzen, deren schnelles Erscheinen allgemein lobend anerkannt wird, wirkten so exakt zusammen, daß ein Ausbreiten des verheerenden Elements auf die Nachbargrundstücke verhindert wurde und manches gerettet werden konnte.

Auch wenn in dem Zeitungsartikel die „Freiwilligen Feuerwehren Reher, Grießem und Aerzen“ benannt werden, so muß man doch richtig stellen, daß bis zu diesem Zeitpunkt nur die Feuerwehr Aerzen als Freiwillige Feuerwehr gegründet war. Die Feuerwehren aus Reher und Grießem setzten sich wie zu diesem Zeitpunkt üblich, aus männlichen Einwohnern des Ortes zusammen, die nach Gemeindesatzung zur Löschhilfe verpflichtet waren. Geführt wurden sie vom jeweiligen Gemeindevorsteher. Die Ausbildung und Motivation war nicht besonders hoch.

Die Gemeinde Reher verfügte zu dieser Zeit auch schon über eine Gemeindespritze, die so, vermutet man, wohl mit das älteste Modell im gesamten Landkreis und darüber hinaus war. Wahrscheinlich wurde sie schon 1864 in der Aerzener Maschinenfabrik oder sogar noch eher in der Messinghütte Theresiental gebaut. Trotz einer Instandsetzung reichte ihr Strahl jedoch kaum über die Dachrinnen hinaus.
Bei einem Brand waren außerdem meist mehr Schaulustige an der Brandstelle als Pumpen bedienende Männer.

Durch das Landratsamt wurde die Gemeinde Reher deshalb schon seit 1928 immer wieder aufgefordert eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Aus dem Schriftverkehr mit dem Landkreis Hameln geht allerdings hervor, dass es letztendlich an finanziellen scheiterte. So erfolgte die Gründung dann auch erst, nachdem am 15. Dezember 1933 das "Preußische Gesetz über das Feuerlöschwesen" erlassen wurde. Nach diesem Gesetz hatte jede Gemeinde und jede Stadt dafür zu sorgen, daß eine Feuerwehr gegründet wurde.

Auf Grund des Gesetzes und der eben beschriebenen Zustände, lag die Gründung einer Feuerwehr im Interesse Aller. So kam es, daß bereits 4 Monate später, der damalige Bürgermeister Förster für den 8. März 1934 abends eine Gemeindeversammlung in die Gastwirtschaft Ritter einberief, mit dem Ziel, in seiner Gemeinde an diesem Tage eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zu dieser Versammlung war auch der damalige Kreisbrandmeister Rathing, aus Gut Oersen, geladen. Er gab Erläuterungen über den Sinn und Zweck einer Feuerwehr.

Daraufhin gründeten am gleichen Abend aus der Versammlung 26 Mann die Freiwillige Feuerwehr Reher.

Aus ihrer Mitte wählten sie Erwin Lindert zum Wehrführer und Heinrich Pettig zu seinem Stellvertreter. Gerätewart wurde Wilhelm Gänger und Schriftführer und Kassierer Karl Dedecke. Der Beitrag wurde mit RM 0,10 pro Monat festgesetzt.

Noch im Jahr 1934 wurde eine Magirus-Motor-Spritze zum Preis von RM 2109,00 mit einer Förderleistung von 600 l/min für 2 Strahlrohre angeschafft.

Der Schmiedemeister Karl Hölscher baute aus einem alten, gefederten Wagen einen Motor-Spritzen-Transportwagen für Pferdezug zum Preis von RM 350,00.

Zum Transport der Spritze waren alle 23 Landwirte vorgesehen, die je 2 Pferde und 1 Mann zu stellen hatten. Maurermeister August Jürgens baute das Spritzenhaus mit Steigerturm für eine geeignete Unterstellung der Geräte aus.

Vom Kommando der Wehr, damals Führerrat genannt, wurde am 06.06.1934 folgendes beschlossen:
Die Übungen werden jeweils am ersten Dienstag ab dem 1. und dem 15. eines jeden Monats ab 20. Uhr durchgeführt.
Die Anreden der Vorgesetzten im Dienst, geschehen nur nach dem Dienstgrad, ohne die Anrede "Herr".
Die Gemeinde hat sich bereit erklärt, alle abzuführenden Beiträge zu übernehmen. Die im Gründungsprotokoll festgesetzten Beiträge werden jedoch von der Wehr weiterhin erhoben.

Bei den Übungsabenden wurden die Kameraden nicht nur in Feuerwehrtechnik unterrichtet und ausgebildet, sondern sie wurden auch im Gasspühren und Entgiften geschult. In den ersten Jahren des Bestehens wurde auch noch exerziert. Nach der damaligen Wehrgliederung bezeichnete man die Feuerwehr Reher als einen „Halblöschzug“.

Die Alarmierung der Feuerwehrmänner geschah in dem langgezogenem Ort Reher, der 1934 schon 123 bebaute Grundstücke und 659 Einwohner hatte, durch Alarmhörner und Sirenen.

Noch im Jahre 1934 schloß sich die Feuerwehr Reher mit den ebenfalls neu gegründeten Feuerwehren Grießem und Reinerbeck und der schon seit 1885 bestehenden Feuerwehr Aerzen zum Löschverband Aerzen zusammen.

Die neu gegründeten Feuerwehren hatten den Charakter von Vereinen, die sich auch in das Vereinsregister beim Amtsgericht eintragen lassen konnten. Dazu reiste am 12. September des Jahres 1934 ein Justizinspektor des Amtsgerichts Hameln nach Aerzen in die Krähe'sche Gastwirtschaft. Die Feuerwehren, die sich eintragen lassen wollten, hatten dort zu erscheinen um die Anmeldung zur Eintragung ins Vereinsregister abzugeben. Vorzulegen waren bei diesem Termin die Satzung in Urschrift und Abschrift sowie eine Abschrift des Protokolls der Mitgliederversammlung über die Wahl des Vorstandes. Weiterhin waren die Auslagen für die Fahrkarte des Justizinspektors am gleichen Abend von den beteiligten Feuerwehren gemeinsam zu erstatten.

In Reher traf sich der gesamte Führerrat an diesem Tage abends um 19.00 Uhr mit dem Fahrrad um die Anmeldung in Vereinsregister zu beantragen.

Am 20. September 1934 wurde der Verein "Freiwillige Feuerwehr Reher" unter der Nummer 137 in das Vereinsregister eingetragen.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurden auch etliche Gesetze geändert. Auf Grund des § 16 der Verordnung vom 24. Oktober 1939 wurde der Verein "Freiwillige Feuerwehr Reher" und der Eintrag in das Vereinsregister am 16. April 1940 von Amtswegen gelöscht. Aus den Freiwilligen Feuerwehren wurden Pflichtfeuerwehren, die dem Reichsminister des Innern unterstellt waren. Sie nannten sich jetzt Feuerschutzpolizei und die Feuerwehrmänner wurden mit ihren Ernennungsurkunden zu Hilfspolizeibeamten für die sich aus dem Feuerwehrdienst ergebenden Tätigkeiten bestellt.

Da durch den Krieg viele Feuerwehrkameraden des Ortes zum Wehrdienst einberufen wurden, war die Wehrstärke nicht mehr ausreichend. Am 1. August machte der Wehrführer Lindert deshalb Meldung an den Hauptzugführer Möller in Aerzen, dass durch die Einberufung von 11 Feuerwehrmännern zum Wehrdienst der friedensmäßige Mitgliederbestand von 26 auf 11 Mitglieder geschrumpft sei. Um die Feuerwehr einsatzfähig zu halten, wurden 11 männliche Einwohner, die nicht zum Wehrdienst eingezogen waren, notdienstverpflichtet, so dass wieder ein Bestand von 26 Mitgliedern erreicht wurde. Hinzu kamen noch 11 Jungen aus der Hitlerjugend.

Während dieser Kriegszeiten wurde die Feuerwehr Reher auch zu Bränden in Hameln gerufen und am 20. Februar 1944 zu einem Einsatz nach Selxen, bei dem wahrscheinlich durch den Abwurf von Bomben ein landwirtschaftliches Gehöft in Brand geraten war. In diesen wirren Zeiten wurde auch das Feuerwehrhaus wurde zweckentfremdet. Nach dem Abschuß eines Amerikanischen Bombers wurde der mit dem Fallschirm abgesprungene Pilot festgenommen und bis zu seinem Abtransport nach Hameln für eine Nacht in das Feuerwehrhaus eingesperrt.

Erwin Lindert war als erster Gemeindebrandmeister mit seinem Stellvertreter Heinrich Pettig 15 Jahre im Amt. Auf der Jahreshauptversammlung am 12. April 1949 legten beide ihre Posten nieder. Als Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig und in geheimer Wahl Ferdinand Kaufmann als Gemeindebrandmeister und Wilhelm Köster jun. als Stellvertreter.

Seit 1949 beteiligte sich die Freiwillige Feuerwehr Reher regelmäßig an feuerwehrtechnischen Wettkämpfen. Um mit den anderen Wehren gleich zu ziehen, entschloß man sich eine neue, leistungsfähigere Tragkraftspritze der Marke Magirus anzuschaffen. Die vorhandene TS wurde an die Werkfeuerwehr der Aerzener Maschinenfabrik verkauft. Wo sie noch etliche Jahre ihren Dienst versehen hat. Die Maschinenfabrik schenkte sie in den 80er Jahren der Jugendfeuerwehr Aerzen. Dort wurde Sie restauriert und steht heute als Ausstellungsstück im Feuerwehrhaus Aerzen.

Mit der neuen Spritze gab es aber viele Schwierigkeiten und so wurde schon bald eine neue Tragkraftspritze angeschafft. Diese TS befindet sich noch heute im Besitz der Feuerwehr Reher und wurde 1982 beim Hochwasser zum letztenmal eingesetzt. Zum 60 jährigen Bestehen der Ortsfeuerwehr Reher am Samstag, dem 27. August 1994 wurde sie von den Kameraden Jürgen Dose, Karsten Petrick und Wolfgang Preuß liebevoll restauriert und ist heute im Dorfgemeinschaftshaus Reher ausgestellt.

1949 wurde für die neue Tragkraftspritze auch ein neuer TS-Anhänger zum Preis von DM 1750,00 angeschafft und als Zugfahrzeug ein gebrauchter Mercedes, Baujahr 1929 für DM 1050,00 gekauft.

An die Worte des Kreisbrandmeisters Rathing aus Gut Oersen, daß man gute Kameradschaft halten sollte, erinnerte man sich auch in Reher immer wieder gern und so ist es nicht verwunderlich, daß bereits zum 15-jährigen Bestehen der Wehr im Sommer 1949 ein großes Zeltfest in Koller´s Wiese gefeiert wurde.

Um die Feuerwehr für junge Leute interessant zu machen, wurde 1949 eine Jugendgruppe aufgestellt, in der die Kameraden vom 16. - 25. Lebensjahr zusammengefaßt wurden. Diese Gruppe beteiligte sich in den kommenden Jahren erfolgreich an etlichen Wettkämpfen sowohl auf Gemeinde- als auch auf Kreisebene.

Der sogenannte Vorspannwagen, aus dem Jahre 1929 leistete dabei hervorragende Dienste, auch wenn er etliche Male total überladen war, so konnte man doch auf ihn vertrauen, da er die Kameraden immer wieder sicher nach Hause brachte. Nur konnten ihn nicht viele der Kameraden bedienen, da er sehr empfindlich auf falsche Einstellungen beim Starten reagierte. Diese Erfahrung mußten auch einige Langfinger machen, die den Wagen während einer Rast, vor einer Pyrmonter Gaststätte mit abschüssiger Straße entwenden wollten. Nachdem sie ihn (wegen falscher Einstellungen) nicht starten konnten, versuchten sie ihn anrollen zu lassen. Doch auch dieser Versuch mißlang und so ließen sie ihn dann entmutigt einige hundert Meter weiter am Straßenrand stehen.

Als die Feuerwehrkameraden die Gaststätte verließen, waren sie zunächst arg erschrocken über den Verlust ihres Fahrzeuges. Man fand jedoch schnell die Fassung zurück und begann geordnet nach dem Fahrzeug zu suchen. Weit konnte es eigentlich nicht weg sein, da es ja kaum jemand anlassen konnte. So war die Freude natürlich groß, als man es nach kurzer Suche am Ende der Gefällstrecke wiederfand. Schnell wurde es auf gewohnte Weise angelassen, was ohne Probleme gelang, und man machte sich glücklich und zufrieden auf den Heimweg.

Durch den frühen Tod von Gemeindebrandmeister Ferdinand Kaufmann wurde eine Neuwahl erforderlich. Zum Gemeindebrandmeister wählte die Versammlung am 7. Februar 1959 den stellvertretenden Gemeindebrandmeister Karl Dose. Sein Stellvertreter wurde der Kamerad Werner Schulte.

Unter Karl Dose wurde 1963 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit Staffelbesatzung angeschafft und eine neue TS 8/8 mit VW-Industriemotor.
Nachdem Ferdinand Kaufmann schon 1957 mit einer Eingabe an die Gemeindeverwaltung auf den schlechten Zustand des Feuerwehrhauses aufmerksam gemacht hatte und noch einmal auf die Mängel hinwies, die der Kreisschirrmeister schon 1954 und 1956 aufgeführt hatte, die aber immer noch nicht behoben waren, stellte Gemeindebrandmeister Karl Dose am 20.11.1968 den Antrag, von einer Instandsetzung des alten Feuerwehrhauses abzusehen und dafür lieber die Planung für ein neues Feuerwehrhaus vorzubereiten.

Das alte Feuerwehrhaus mit Schlauchturm wurde schließlich 1972 abgerissen. Die Feuerwehr zog in das neue Feuerwehrhaus mit Kleinturnhalle um und erhielt dort 2 Garagen mit Abstellraum, sowie einen Schulungsraum. Im gleichen Jahr wurde von der Gemeinde Reher ein neues TSF als Zweitfahrzeug angeschafft.

1971 wurde unter seiner Führung in Reher die erste Jugendfeuerwehr im damaligen Unterkreis 6 „Aerzen“ gegründet.

Karl Dose wurde für seine Verdienste im Feuerlöschwesen mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.

Karl Dose verstarb nach schwerer Krankheit im Dezember 1972. Bis zur Wahl eines neuen Brandmeisters führte sein Stellvertreter Werner Schulte die Wehr.

Am 25. Februar 1973 wurde August Lindert zum neuen Gemeindebrandmeister und Heinz Ludewig zu seinem Stellvertreter gewählt.

In diesem Jahr wurde auch die Verwaltungs- und Gebietsreform durchgeführt. Für die Feuerwehren hatte das zur Folge, daß der alte Unterkreis 6 aufgelöst und die Gemeindefeuerwehr Aerzen mit 14 Ortsfeuerwehren gebildet wurde. Gemeindebrandmeister wurde der bisherige Unterkreisbrandmeister Wilhelm Müller. Die Ortsfeuerwehren behielten aber ihre Eigenständigkeit. Alle Ortsbrandmeister der Gemeinde "Flecken Aerzen" bilden das Gemeindekommando.

Unter August Lindert wurde unsere Wehr 1976 mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, ohne die heute ein Brandeinsatz kaum mehr möglich ist. Als erster Atemschutzgerätewart fungierte Wilfried Loges. Er konnte in kürzester Zeit einen Stamm von 15 ausgebildeten und untersuchten Atemschutzgeräteträgern  und damit eine schlagkräftige Truppe aufbauen.

1981 bekam die Wehr eine neue TS 8/8 und das TSF Baujahr 1963 wurde durch das der Ortswehr Groß-Berkel Baujahr 1974 ersetzt. Im gleichen Jahr wurde das 10-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Reher mit einem großen Zeltfest gefeiert.

Bei der Dienstversammlung am 7. November 1981 regt Ortsbrandmeister Lindert an eine Fahne anzuschaffen. Es wird jedoch noch kein Beschluß gefaßt. Nach etlichen Überlegungen in weiteren Kommandositzungen entschied sich das Kommando schließlich für die Anschaffung einer Standarte zum 50-jährigen Bestehen der Feuerwehr Reher am 10. März 1984. Beim Zeltfest des Männergesangvereins „Concordia Reher“ wurde diese Standarte durch Gemeindebrandmeister Willi Müller geweiht, indem er sie mit den anderen reherschen Vereinsfahnen zusammen führte. Er sprach dabei die Hoffnung aus, daß sich unter der neuen Standarte immer wieder junge Leute finden mögen, die es sich zur Aufgabe gestellt haben, Hab und Gut ihrer Mitbürger zu schützen.

Seit 1984 fungiert Jürgen Dose als Standartenträger. Unter seiner Führung und durch schneidiges Auftreten, ist das Fahnenkommando der Feuerwehr Reher so bekannt geworden, daß es 1997 beauftragt wurde, als Fahnenkommando, den Fackelzug mit der Kreisfahne, zur Verabschiedung von Kreisbrandmeister Wortmann anzuführen ebenso im Jahre 2003 zur Verabschiedung von Kreisbrandmeister Friedrich Bock.

1984 wurde das 50-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr mit einem Kommers im Dorfgemeinschaftshaus und einem anschließenden Scheunenfest auf der Scheune von Jürgen Dose gefeiert.

Im August 1986 hatte die Feuerwehr Reher den größten Einsatz im eigenen Ort, seit ihrer Gründung. Durch einen Blitzschlag wurde die Scheune des Hofes Heuer in Brand gesetzt. Sie brannte sofort in voller Ausdehnung. Die Rauchsäule war bis nach Hameln sichtbar. Wenn auch trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr Reher, die nach einer Übung noch am Feuerwehrhaus waren weder Scheune noch Geräte retten konnten, so konnte er durch die eingesetzten Ortswehren doch soweit unter Kontrolle gebracht werden, daß keine Nachbarhäuser gefährdet wurden.

August Lindert stellte im Jahr 1987 aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Die Versammlung wählte am 10. 01. 1987 Wolfgang Preuß als Nachfolger, Stellvertreter blieb weiterhin Heinz Ludewig.

Durch den Umbau der ehemaligen Kleinsporthalle zum Dorfgemeinschaftshaus im Jahr 1989 - 1990 bekam die Feuerwehr eine eigene Toilette und den direkten Zugang zum Unterrichtsraum und zum Dorfgemeinschaftshaus.

Im Jahr 1989 wurde von der Gemeinde Aerzen ein Mannschaftstransportwagen (MTW) für die Ortswehren Reher, Grießem und Reinerbeck angeschafft.

Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 1991 stellte sich der langjährige stellvertretende Ortsbrandmeister Heinz Ludewig nach 18-jähriger Tätigkeit aus Altersgründen nicht wieder zur Wahl. Als Nachfolger wurde einstimmig Reinhard Pettig gewählt.

Heinz Ludewig, der auch als Ausbilder in der Gemeindefeuerwehr tätig war, wurde bei der Kreisverbandsversammlung 1991 in Bad Pyrmont für seine Verdienste um die Feuerwehr mit der Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrver-bandes Hameln-Pyrmont ausgezeichnet.

Aus Anlaß des 20-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Reher wurde wiederum ein großes dreitägiges Zeltfest bei herrlichstem Wetter auf dem Sportplatz in Reher gefeiert.

Durch die Umstrukturierung des Katastrophenschutzes im Jahre 1994 fand auch eine Umverteilung der bundeseigenen Löschfahrzeuge statt, die bis dahin überwiegend in der Nähe großer Städte stationiert waren. Ein solches Fahrzeug vom Typ LF 16-TS wurde dem Landkreis Hameln-Pyrmont und dort der Gemeindefeuerwehr Aerzen mit Standort Reher zugeteilt. Dieses Fahrzeug stand der Ortsfeuerwehr Reher seit März 1995 für alle Übungs- und Einsatzzwecke zur Verfügung, musste aber in einem Katastrophenfall auch von unserer Ortsfeuerwehr besetzt und bedient werden. Deshalb ist seit dieser Zeit auch eine Löschgruppe unter dem Kommando des damaligen Gruppenführers Detlef Hölscher in den 4. Zug der Kreisbereitschaft integriert. Verbunden sind damit aber auch Einsätze die über die Landkreisgrenzen hinausgehen, wie die Hochwassereinsätze an Innerste und Elbe.

Am 11. Januar 1997 stellte der stellvertretende Ortsbrandmeister Reinhard Pettig bei der Jahreshauptversammlung sein Amt zur Verfügung. Die Versammlung wählte daraufhin den Kameraden Detlef Hölscher als stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Das 1974 in Dienst gestellte und von der Feuerwehr Groß Berkel stammende TSF konnte Ende 1990 durch ein TSF-W mit einem Wassertank von 750l und einer Schnellangriffseinrichtung und 4 Atemschutzgeräten ersetzt werden. Zusätzlich wurde ein Schlauchanhänger von Herkendorf nach Reher verlegt, mit dem in kurzer Zeit eine 200m lange B-Schlauchleitung mit Hilfe des MTW verlegt werden kann. Durch diese Veränderung ist die Ortswehr nun in der Lage sehr schnell einen Löschangriff mit dem mitgeführten Wasser vorzutragen und die ersten ca. 10 Min. bis zum Aufbau einer Förderleitung zur nächsten Wasserentnahmestelle zu überbrücken.

Durch die Neuanschaffung des TSF-W musste das LF 16 TS allerdings an die Ortswehr Groß Berkel abgegeben werden, da nicht genügend Stellplätze für alle Fahrzeuge vorhanden waren.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Detlef Hölscher stellte sich nach 12 Dienstjahren nicht erneut zur Wahl. Bei der Jahreshauptversammlung im Jahre 2009 wählte die Versammlung Carsten Baumbach einstimmig zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Die Feuerwehr Reher hat seit ihrem Bestehen viele Brandeinsätze und Hilfeleistungen bewältigt. Es waren nicht nur Einsätze im Ortsgebiet sondern auch viele Einsätze bei Bränden und Hilfeleistungen im Gemeindegebiet und bei insgesamt 3 Hochwassereinsätzen im Rahmen der Kreisbereitschaft an Elbe und Innerste.

Die hohe Einsatzbereitschaft wurde erst im Frühjahr 2009 wieder unter Beweis gestellt, als ein Autokran auf der Hauptstraße in Höhe der Hausnummer 84 brennend zum Stehen und durch auslaufendes Hydrauliköl und brennende Reifen eine so hohe Hitzeentwicklung entstand, dass die Flammen auf benachbarte Wohnhäuser übergreifen zu drohten. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Reher, die 4 Min. nach Alarmierung an der Einsatzstelle war, gelang es gemeinsam mit der 3 Minuten später eintreffenden Ortswehr Aerzen die Flammen zu löschen und die Wohnhäuser auf beiden Seiten zu retten und damit sehr hohen Sachschaden zu vermeiden. Allein dieser eine Einsatz hat wieder einmal bewiesen, dass es sich lohnt, eine schlagkräftige Feuerwehr in jeder Ortschaft vorzuhalten.

Mit ihren Lösch- und Wettbewerbsgruppen hat die Wehr an allen Wettkämpfen und Übungen teilgenommen und beachtliche Erfolge erzielt. Etliche Male konnten sie sich für die Kreiswettkämpfe qualifizieren. Weiterhin werden seit nunmehr über 40 Jahren mit den Feuerwehren aus Holzhausen, Sonneborn, Grießem und Reinerbeck Freundschaftswettkämpfe durchgeführt. Und seit über 45 Jahren wird in jedem Herbst mit den Nachbarwehren Grießem und Reinerbeck eine Alarmübung durchgeführt.

Daß der kameradschaftliche Teil nicht zu kurz kommen darf, darauf hat schon der ehemalige Hauptmann Sielemann von der Feuerwehr Aerzen in einer Versammlung am 12. Mai 1934 hingewiesen und hat die Feuerwehrmänner ermahnt, immer gute Kameradschaft zu halten. Denn nur auf diese Weise könne man etwas erreichen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sind von der Feuerwehr Reher in der Vergangenheit viele Veranstaltungen und etliche Ein- bzw. Mehrtagesfahrten durchgeführt worden, die noch heute in guter Erinnerung sind.

Heute hat unsere Wehr 29 aktive Mitglieder, davon 27 männlich und 2 weiblich. 21 Kameraden gehören der Altersabteilung an und in der Jugendfeuerwehr sind 8 Jungen und 6 Mädchen.

78 Bürger haben sich unserer Wehr als fördernde Mitglieder angeschlossen. Damit ist die Mindeststärkeverordnung für eine Ortsfeuerwehr mit Grundausstattung voll erfüllt und der Brandschutz für die Ortschaft Reher sichergestellt.

Durch aktive und gute Arbeit der Jugendfeuerwehrwarte in der Jugendfeuerwehr Reher, kann man auch für die Zukunft die Hoffnung haben, daß sich immer wieder junge Leute finden, die den Feuerwehrgedanken
Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr
in die Realität umsetzen, Hab und Gut ihres Nächsten behüten und vor Schaden bewahren.
Freiwillige Feuerwehr Reher
Förden
31855 Aerzen
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